Dustin wurde ein zweites Leben geschenkt

Glücklicherweise befand sich Dustin zu einem Routineaufenthalt an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), eine der renommiertesten Kliniken für Organtransplantationen, als er und seine Familie gegen 23.00 Uhr die rettende, aber auch erschreckende Nachricht erhielten: Die Klinik hatte passende Spenderorgane gefunden.

Sein Großvater, der zu dieser Zeit in unserem Haus Schutzengel in Hannover wohnte, war an diesem Abend als Erster bei Dustin: „Als ich in Dustins Zimmer trat, hatte er Tränen in den Augen. Es war eine Mischung aus Angst und Freude. Ich war froh, dass ich so schnell bei ihm sein und ihm Mut machen konnte. Ich war so stolz auf ihn, denn er war unheimlich tapfer“, so Dustins Großvater.

Der hoch komplizierte Eingriff begann um 3.00 Uhr in der Nacht und endete erst um 16.00 Uhr am nächsten Tag. Als der leitende Chirurg danach lächelnd auf die wartende Familie zukam, waren alle erst einmal sehr er leichtert. Mutter, Großvater und Großmutter lagen sich in den Armen, als sie hörten, dass die Operation gut verlaufen war. Der erste Eingriff dieser Art, in der eine Lungen- und Lebertransplantation bei einem Kind durchgeführt wurde. Was für ein schöner Tag für Dustin und seine Familie! Dustin hatte eine zweite Chance bekommen.

Als wir Dustin vor wenigen Monaten bei seinem Großvater besuchen, begrüßt uns ein hübscher, sehr netter und aufgeweckter junger Mann. Es ist kaum zu glauben, dass der Eingriff noch gar nicht so lange her ist. Doch wenn Dustin sein Shirt nach oben zieht und seine Operationsnarben zeigt, dann realisiert man schnell, wie schwer der Eingriff war.

Nach der Transplantation

Dustin und sein Großvater

Die Tage und Wochen nach der Operation ist immer jemand von der Familie bei Dustin in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Seine Mutter und Großeltern wohnen abwechselnd im Haus Schutzengel des Mukoviszidose e.V. direkt neben der Klinik und sind so ständig bei Dustin. Dass die Familie immer in seiner Nähe ist, gibt ihm Ruhe und Kraft, um die Strapazen der OP zu überstehen.

Dustin geht es heute den Umständen entsprechend gut. Dass er immer noch viele Medikamente nehmen, inhalieren, Gymnastik machen und ständig zu Folgeunter- suchungen gehen muss, ist ein notwendiges Übel. Doch am Wichtigsten ist, dass sein Körper die Organe angenommen hat. Der Junge kann wieder frei atmen und sich endlich wieder ohne Atemgerät bewegen. Er erhält schon bald wieder Privatunterricht und plant eine möglichst schnelle Rückkehr in die Schule. Denn Dustin hat ein großes Ziel. Der kreative junge Mann möchte eine Ausbildung zum technischen Zeichner machen.

Nach diesem Besuch steht für uns fest: Wer so ein großer Kämpfer ist, bekommt alles hin. Das Team des Mukoviszidose e.V. steht hinter ihm und wünscht Dustin alles Gute.

 

Forschungsprojekt geht entzündlichen Prozessen auf den Grund

Die Idee der vom Mukoviszidose e.V. mitfinanzierten Studie ist es herauszufinden, ob eine Mukoviszidose-bedingte veränderte Lebenszeit der weißen Blutkörperchen (Neutrophilen) Einfluss haben kann auf die Immunreaktion der Betroffenen. Finden die Forscher heraus, dass sich die Lebenszeit der Neutrophilen bei gesunden Menschen und Patienten unterscheidet, dann wäre es eine erste Erklärung für die bei Mukoviszidose so typischen Überreaktionen des Immunsystems. Dies ist insbesondere wichtig, wenn man die immer noch ungeklärte Frage beantworten möchte, was zuerst da ist: die bakterielle Infektion und danach eine Überreaktion des Immunsystems? Oder ein Mukoviszidose-bedingtes fehlerhaftes Immunsystem, das wiederum eine bakterielle Infektion begünstigt? Sind die Forscher aus Tübingen und Utrecht erfolgreich, ist dies ein wichtiger Ansatz bei der Behandlung von Infektionen bei Mukoviszidose.

Mukoviszidose-Betroffene leiden häufig an einer Überreaktion des Immunsystems und infolgedessen an chronischen Entzündungen – insbesondere der Lunge –, welche bis heute nicht effektiv therapierbar sind. Um der anti-entzündlichen Therapie neue Impulse zu geben, erforscht das Team rund um Prof. Dr. D. Hartl und Prof. Dr. Koendermann bisher verborgene Prozesse unseres Immunystems.

Insbesondere, so die Hoffnung der Forscher, würden so chronische Entzündungen der Lunge eines Tages besser behandelbar und einige Betroffene vor dem schweren Schicksal einer Lungentransplantation gerettet werden.

Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende und schenken Sie Jugendlichen wie Dustin mehr Zeit zum Leben.