Heilsame Tage für Milena in der Gruppe auf Gran Canaria

Im Alter von rund sieben Jahren ging es Milena aufgrund ihrer Mukoviszidose Erkrankung stetig schlechter. Ihre Lunge litt unter schweren Entzündungen, von denen sie sich kaum erholte und auch ihre Bauchspeicheldrüse und Leber funktionierten nicht richtig. Wegen der Schmerzen aß Milena kaum etwas, sodass sie bedrohlich abmagerte. Als die Ärzte sie bereits künstlich ernähren wollten, kam ihre Mutter auf die Idee, Milena für eine Gruppen-Klimamaßnahme des Mukoviszidose e.V. anzumelden. Nach sorgfältiger Prüfung der Daten war klar: Milena darf mit ihrer Mutter in der kommenden Klimamaßnahme nach Gran Canaria reisen. Da die Familie alleine das Geld für solch eine Reise nicht aufbringen konnte, übernahm der Mukoviszidose e.V. die Kosten. Die vier Wochen im mediterranen Klima, die Gemeinschaft mit anderen betroffenen Kindern und die physiotherapeutische Betreuung wirkten Wunder. Die Lungenentzündungen klangen ab, der zähe Schleim in Milenas Lunge löste sich und sie atmete freier. Ihre Essbeschwerden nahmen deutlich ab, sodass sie das erste Mal seit langer Zeit wieder richtig aß und an Gewicht zunahm.

"Das erste Mal in unserem Leben wirkte Milena auf uns wie ein gesundes Kind. Dieses Glücksgefühl wünschen wir noch vielen anderen Betroffenen und Angehörigen", sagt Milenas Mutter.

Ein gefährlicher Keim in der Lunge

2010 infizierte sich Milena mit dem für die Betroffenen gefährlichen Lungenkeim Pseudomonas, gegen den sie bis heute ankämpft. Infolgedessen verschlechterte sich ihre Lungenfunktion deutlich. Seitdem muss das Kind alle zwei Monate für extrem belastende, intravenöse Antibiotikakuren ins Krankenhaus. Bereits heute sprechen bei ihr drei Antibiotika nicht mehr auf den Keim an und nur wenige Medikamente bleiben übrig, welche das Bakterium in Schach halten können.

Vor wenigen Monaten ging es Milena so schlecht, dass sie dringend wieder in eine Gruppen-Klimamaßnahme nach Gran Canaria hätte fahren müssen. Doch das war aufgrund ihres hochansteckenden multiresistenten Lungenkeims nicht möglich. Für andere Mukoviszidose-Patienten wäre ihre Teilnahme eine zu große Gefahr gewesen. Doch um Betroffenen wie Milena und auch anderen Patienten mit Problemkeimen zu helfen, bietet der Mukoviszidose e.V. sogenannte individuelle Klimamaßnahmen an. So haben auch Erkrankte mit hochansteckenden Keimen die Möglichkeit, in ein heilendes Klima zu reisen. 

Seitdem Milena aus der Maßnahme zurück ist, geht es ihr bedeutend besser. Das gibt ihr körperliche und seelische Kraft im Kampf gegen Mukoviszidose.

Die Klimamaßnahmen des Mukoviszidose e.V.

Der Mukoviszidose e.V. hilft Patienten wie Milena und ihren Familien in höchster Not. Wir schicken schwer kranke Betroffene, die sich einen Aufenthalt im heilsamen mediterranen Klima nicht leisten können, zur Genesung in eine individuelle oder auch gemeinsame Klimamaßnahme mit anderen Patienten.

 

 

Individuelle Klimamaßnahmen

Wenn die Lunge eines Betroffenen mit gefährlichen Keimen besiedelt ist, dann darf er aufgrund der viel zu hohen Ansteckungsgefahr für andere Patienten nicht an einer Reha- oder Klimamaßnahme in der Gruppe teilnehmen. Für viele gesundheitlich schwer angeschlagene Patienten bedeuten dann unsere Einzelmaßnahmen die Rettung. In Absprache mit den behandelnden Ärzten werden Ziel und Dauer der individuellen Klimamaßnahmen festgelegt. Je nach finanzieller Situation der Betroffenen werden Zuschüsse gezahlt oder die Kosten komplett übernommen. Immer mehr Familien in ganz Deutschland benötigen dringend Einzelhilfe.

Klimamaßnahmen in der Gruppe

Menschen schicken wir in der kalten Jahreszeit gemeinsam in der Gruppe für vier Wochen in das heilende Klima von Gran Canaria. Täglich treffen sich die Erkrankten mit einem Physiotherapeuten zum Sport am Strand. Spezielle Übungen machen den Brustkorb wieder geschmeidig. So können die kleinen und großen Patienten den Schleim leichter aus der Lunge abhusten und das erste Mal seit langer Zeit einmal wieder richtig durchatmen. Während der Klimakur lernen sich nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Angehörige kennen. Für alle ist es schön, Menschen zu treffen und manchmal sogar neue Freunde zu finden, mit denen sie sich austauschen können und die genauso empfinden wie sie selbst. Während der Klimakuren erleben viele Teilnehmer, dass sie nicht alleine sind mit ihrem Schicksal. Das hilft allen zusätzlich bei der Bewältigung der Krankheit.