Marius Zustand war lebensbedrohlich

Bereits im zarten Alter von zwölf Jahren ist Marius´ Lungengewebe durch immer wieder kehrende Entzündungen fast vollständig zerstört. Anfang letzten Jahres war der Junge körperlich so geschwächt, dass er rund um die Uhr künstlichen Sauerstoff brauchte. Nur eine Transplantation konnte das Leben des kleinen Schalke 04-Fans noch retten. Doch ein passendes Organ fand sich nicht.

Marius´ Eltern wollten nicht tatenlos zusehen wie ihr Sohn stirbt: „Als es für unseren Sohn um Leben und Tod ging, war uns beiden sofort klar: Wir spenden einen Teil unserer Lunge.“ Fest entschlossen verkündeten sie den Ärzten an der Medizinischen Hochschule Hannover ihre Entscheidung. Sie ahnten, dass dies die letzte Chance sein würde, das Leben ihres Sohnes zu retten. Theoretisch war dies möglich, weil Vater, Mutter und Sohn die gleiche Blutgruppe haben und weil Marius Eltern bei guter Gesundheit sind. Dennoch lehnten die Ärzte das zunächst ab.

Letzte Chance: eine Lebendlungentransplantation

Die Ärzte wägten Chancen und Risiken einer Transplantation gegeneinander ab, und sie tauschten sich mit Kollegen in Los Angeles aus, wo bereits mehrere Lebendlungentransplantationen durchgeführt wurden. Doch von einen auf den anderen Tag rennt den Ärzten plötzlich die Zeit davon. Eine schwere Infektion führt dazu, dass bei dem totkranken Jungen nach und nach die Organsysteme ausfallen. Ohne Transplantation würde er vielleicht noch zwei Tage überleben. Obwohl in diesem Zustand medizinisch fast alles gegen eine Operation spricht, beschließen die Ärzte, die Lebendlungentransplantation durchzuführen. Sie wissen: es ist die letzte Chance, Marius´ Leben zu retten.

Marius zweite Geburt

Am 26. April 2012 nimmt ein Team aus zwölf Operateuren die Eingriffe bei Vater, Mutter und Sohn vor. Aus je einem Lungenlappen von Vater und Mutter konstruieren die Chirurgen eine zweiflügelige Lunge für Marius. Trotz seines schlechten gesundheitlichen Zustandes verläuft die Transplantation erfolgreich. Von nun an atmet Marius mit den Lungenteilen seiner Eltern ein und aus. Es ist so etwas wie eine Geburt. Mit ihrer Organspende haben Vater und Mutter ihrem Sohn zum zweiten Mal das Leben geschenkt.

„Haus Schutzengel war für uns ein wichtiger Zufluchtsort“

Vor und nach der Transplantation lebten Marius Eltern und weitere Familienangehörige für mehrere Wochen in unserem Haus Schutzengel in Hannover. Hier hatten sie die Gelegenheit sich mit anderen Hausbewohnern auszutauschen, etwas zu kochen und Wäsche zu waschen. Haus Schutzengel wurde im Jahr 2008 für Transplantations-Patienten und deren Angehörige errichtet. Eltern und andere Begleitpersonen finden hier ein Zuhause auf Zeit, während ihr Kind oder ihr Angehöriger in der benachbarten Klinik liegt „Die herzliche Aufnahme, die Gesprächsbereitschaft und die Unterstützungsangebote der beiden Hausbetreuerinnen tun einfach so wahnsinnig gut, wenn man gerade schwere Zeiten durchmacht. Dass wir uns im Haus Schutzengel immer sicher und wohl gefühlt haben, hat uns sehr geholfen“, sagt Mutter Anja.

Ihre Hilfe ist wichtig

Liebe Freunde und Förderer,

wenn Sie mögen, geben Sie einen Geschenk-Überweisungsträger in Ihrem Familien- oder Freundeskreis weiter. Bitten Sie einen lieben Menschen darum, Ihnen in diesem Jahr zu Weihnachten nichts zu schenken, sondern stattdessen für die Forschungsprojekte des Mukoviszidose e.V. zu spenden. Vielen Dank!

 

Horst Mehl, Bundesvorsitzender des Mukoviszidose e.V.

Hier erfahren Sie mehr: Spenden statt Weihnachtsgeschenke

 


Ja, ich möchte helfen


Unsere Forschungsprojekte