Christiane-Herzog-Zentrum für CF-Betroffene in Hannover eröffnet

Die CF-Patienten André Voigt und Lena Schuemann mit Professor Dr. Burkhard Tümmler von der MHH-Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie. Fotonachweis "MHH/Kaiser"
Und plötzlich war ich von heute auf morgen ein „mündiger Patient“. So beschrieb André Voigt, erwachsener CF-Betroffener, seine Erfahrung mit dem Übergang von der behüteten Kinderklinik in die Welt der Erwachsenenbetreuung. Er habe erst langsam selbst herausfinden müssen, wie das alles funktionierte in der neuen Umgebung: sich selbst an den richtigen Stellen zur richtigen Zeit anmelden, die Abläufe verinnerlichen und genau wissen wo man wann zu sein hat, damit alles funktioniert. Da habe es niemanden mehr gegeben, der alles in Ruhe erklärt hat. Er hätte sich alles mühsam selbst erarbeitet. Diese anstrengende Erfahrung beim Wechsel aus der Kinderklinik in die Erwachsenenbetreuung soll nun Patienten der Medizinischen Hochschule Hannover in Zukunft erleichtert werden. Zukünftig werden Betroffene im Alter zwischen 12 und 24 Jahren in gemeinsamen Räumlichkeiten behandelt und die Jugendlichen können langsam an die neuen Herausforderungen herangeführt werden. Um das zu erreichen, wurde das Christiane-Herzog-Zentrum für CF-Betroffene gegründet. Hier steht die Zusammenarbeit von Pädiatern und Internisten im Vordergrund, um die Transition bei Patienten mit der chronischen Erkrankung CF zu erleichtern.
Gefeiert wurde die Eröffnung in einem Festakt am 5. April 2013, bei dem die neuen Räumlichkeiten zur Besichtigung frei gegeben wurden. Für den Mukoviszidose e.V. waren der Bundesvorsitzende Horst Mehl und die wissenschaftliche Referentin Dr. Jutta Bend vor Ort. „Im Zuge der steigenden Lebenserwartung der CF-Betroffenen ist es meiner Meinung nach nur konsequent sich darum zu kümmern, dass auch der Übergang in der so kritischen Phase vom Kindes- in das Erwachsenenalter gelingt. Ich persönlich begrüße es zudem besonders, dass auch die klinische Forschung in dem neuen Zentrum im Fokus steht. So wird nicht nur die Versorgung verbessert, sondern auch an der Steigerung von Lebenserwartung und -qualität weiter gearbeitet“, so Dr. Jutta Bend.
Neben München, Berlin, Frankfurt und Dresden gibt es in Hannover nun das fünfte Christiane-Herzog-Zentrum in Deutschland. Für den Vorstandsvorsitzenden der Christiane-Herzog-Stiftung, Dr. Rolf Hacker, ist es wichtig, dass die Behandlung nicht in reinen Kinderkliniken stattfindet, sondern interdisziplinär und altersübergreifend aufgebaut ist. "Der Übergang von der Kindereinrichtung in die Erwachseneneinrichtung wird dadurch erleichtert, dass das Behandler-Team in derartigen Transitions-Einrichtungen im Wesentlichen zusammenbleibt, und dass die ärztlichen und nicht-ärztlichen Behandler sich regelmäßig zu Teambesprechungen treffen", ergänzte Hacker im Rahmen einer feierlichen Rede anlässlich der Eröffnung.





