Konsequenzen der höheren Lebenserwartung

„Der Stoffwechsel des Körpers ändert sich bei uns allen im Lauf der Zeit und wir alle müssen mit dem Alter mit verschiedenen Prozessen in unserem Körper klarkommen“, so Barry Plant zu Beginn des Symposiums zu den Konsequenzen der höheren Lebenserwartung bei CF-Patienten. Lag die Lebenserwartung eines 1990 geborenen CF-Patienten durchschnittlich bei 40 Jahren, kann ein im Jahr 2000 geborener CF-Patient schon mit 50 Lebensjahren rechnen. Im Zuge der chronischen Erkrankung CF, den Entzündungsprozessen und Therapien, denen ein Patient mit CF regelmäßig ausgesetzt ist, betreffen die Konsequenzen verschiedenste Bereiche des Körpers. Die Problematik der Nierenerkrankung wurde von Martin Walshaw aus Liverpool näher beleuchtet. Ursache für eine schwindende Nierenfunktion seien bei CF-Patienten vor allem Diabetes und Medikamente, die die Niere schädigen. Tests zur Überwachung der Nierenfunktion können bei CF-Patienten häufig keine genaue Einschätzung geben, da die übliche Messung der GFR (glomeruläre Filtrationsrate) auf einer Formel beruht, die auf Parameter, die von der Muskelmasse abhängen (Kreatinin), zurückgreift. Die Muskelmasse ist allerdings bei CF-Patienten häufig reduziert und dadurch kann die GFR falsche Ergebnisse produzieren. Um bei CF-Patienten die Nierenfunktion zu schützen, sollten regelmäßig Untersuchungen auf Diabetes durchgeführt werden, um diesen möglich früh erkennen und behandeln zu können. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass CF-Patienten immer ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Wichtig ist aber auch die Wahl der Medikamente, mit denen insbesondere Infektionen behandelt werden, da einige Antibiotika (Aminoglycoside) besonders nierenschädlich sind. Dabei nannte Martin Walshaw die Möglichkeit, die Antibiotikatherapie nicht immer mit dem gleichen Antibiotikum durchzuführen, sondern abzuwechseln, bei Kindern keine Routine-Antibiotikatherapie anzuwenden und generell weniger Aminoglycoside einzusetzen. Bei akuten Verschlechterungen einer Infektion sei der Einsatz von intravenösem dem vernebelten Tobramycin vorzuziehen. Die Einschätzung, dass Aminoglycoside sehr vorsichtig eingesetzt werden sollten, teilte auch Daniel Peckham aus Leeds, der nochmals an die Zuhörer appellierte, CF als chronische Erkrankung zu begreifen, deren Betroffene man als Behandler bis in das Rentenalter begleiten müsse.