Drei Fragen an Markus Schächter

ZDF-Intendant und Mitglied des deutschen Kuratoriums Mukoviszidose.

 

Mukoviszidose e.V.:

Herr Schächter, Sie sind seit Dezember 2002 Vorsitzender der Aktion Mensch. Was hat Sie dazu bewogen, sich zusätzlich zu dieser verantwortungsvollen Aufgabe für Menschen mit einer seltenen Krankheit wie Mukoviszidose zu engagieren?

Die Aktion Mensch ist seit ihrer Gründung als Aktion Sorgenkind vor 40 Jahren ein untrennbarer Bestandteil des ZDF und Ausdruck des sozialen Engagements des ZDF insbesondere für Menschen mit den verschiedensten Arten von Behinderungen. Während die Aktion Mensch durch ihre vielfältigen Aktivitäten z. B. im Bereich der Aufklärung leichter eine große Öffentlichkeit erreichen kann, ist dies für kleinere Vereine, die sich wie der Mukoviszidose e. V. für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer seltenen Behinderung einsetzen, sehr viel schwieriger. Hier möchte ich durch meine Tätigkeit im Deutschen Kuratorium Mukoviszidose dazu beitragen, größere Teile der Öffentlichkeit über die besonderen Probleme und Bedürfnisse der an Mukoviszidose erkrankten Menschen zu informieren und sie dadurch hoffentlich für eine Unterstützung der Arbeit des Vereins zu gewinnen.

 

Mukoviszidose e.V.:

1988 wurde in Ihrer Zeit als Programmverantwortlicher für das ZDF-Kinderprogramm der preisgekrönte Film "Im Sommer sterb´ ich nicht so leicht" produziert. Einen Monat lang beobachtete ein Fernsehteam junge Mukoviszidose-Patienten in der Kinderfachklinik "Satteldüne" auf Amrum. Was bewundern Sie am meisten an Menschen, die mit Mukoviszidose leben müssen?

Faszinierend und bewundernd ist für mich der Lebensmut und die Kraft der Menschen, die mit Mukoviszidose leben. Diese Krankheit verlangt von den Menschen eine unvorstellbare Disziplin. Die Energie, die auch die kleinen und jungen Patienten aufbringen, ist nicht zu überschätzen. Und dabei haben die Mukoviszidose-Kranken, die ich kennen lernen konnte, einen unvorstellbaren Mut, eine so fröhliche Lebensenergie auch in schwierigen Situationen und bei unvermeidbaren Rückschlägen gezeigt, dass man selbst fast beschämt auf sein eigenes Leben guckt und die im Vergleich kleinen Unannehmlichkeiten, mit denen man kämpft.

Mukoviszidose e.V.:

Mit Sendungen wie "Danke schön", "Die große Hilfe" und "mach mit" ermuntert das ZDF viele Menschen zum bürgerlichen Engagement. Welche Zukunft sagen Sie Sendeplattformen voraus, die nicht kommerziell, sondern sozial motiviert sind?

Der große Programmerfolg des ZDF gerade bei seinem hohen Anteil an Informationssendungen belegt eindeutig, dass die Zuschauer auf die Dauer nicht mit Programmen zufrieden sind, die ausschließlich an kommerziellen Gesichtspunkten ausgerichtet werden. Bei solchen Programmen folgt einem anfänglichen Interesse aus Neugier in vielen Fällen rasch die Ernüchterung und Enttäuschung. Die Anforderungen an Sendungen mit einem sozialen Hintergrund unterscheiden sich im Prinzip nicht von den Anforderungen an andere Informationssendungen. Der Zuschauer muss sich von den aufgegriffenen Sachverhalten angesprochen fühlen, neue Probleme müssen ihm griffig erklärt werden, schon bekannte Probleme müssen aus einer veränderten Sicht betrachtet werden, damit sein Interesse geweckt werden kann. Allerdings darf ich den Zuschauer auch nicht überfordern. Gerade bei diesen Sendungen gilt: Wenn die Themenmischung innerhalb einer Sendung und der Anteil solcher Sendungen am Gesamtprogramm stimmig sind, haben sie gute Chancen auf Akzeptanz bei einem wesentlichen Teil unserer Zuschauer.

Mukoviszidose e.V.:

Wir danken Herrn Schächter für das Gespräch.

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