Perspektive für CF-Erwachsene

Welche Berufsausbildung hat Perspektive? Was ist mit meiner CF vereinbar? Möchte ich den Ausbildungsbeginn nutzen, um das „Hotel Mama“ zu verlassen? Aber wo bekomme ich so zuverlässigen und lieben Service…?
Mit großer Nachdenklichkeit denke ich an die Zeit Mitte der 80-er zurück, als ich vor diesen Fragen stand. Wie ist die Situation heute? Man mag ja gar nicht mehr die Zeitung aufschlagen… Wo die einen Ausbildungsoffensiven ankündigen, klagen die anderen über viele geschriebene Bewerbungen und dritte werden nicht müde darauf hinzuweisen, wie viele Ausbildungsplätze gerade in ihrer Region in ihrem Job unbesetzt sind. Aber mal ehrlich: Ist es jungen Leuten, zumal wenn sie CF haben, mal so eben zumutbar, Ausbildungsbeginn und Auszug von zuhause auf einen Schlag zu starten - womöglich in einer Region fern der Heimat? Oder ist auch dies wieder unmögliches realitätsfernes Anspruchsdenken?
Glücklich kann sich der schätzen, der über Kontakte und Beziehungen schnell etwas findet, trotz und mit seiner Mukoviszidose. Aber was können wir für die anderen tun?
CF ist erwachsen geworden. Sicher, aber damit rückt gerade die Frage der Berufswahl in den Vordergrund. Wo kann man sich gut beraten lassen? Wie reagieren Selbsthilfegruppen darauf? Was ist regional, was bundesweit an Unterstützung leistbar?
Auf die immer neuen Reformanstrengungen der Politik, für CF-ler und Eltern zumeist mit Leistungseinschränkungen verbunden, ist damals verbandlich und organisatorisch mit der Einrichtung des Sozialfonds und der kostenlosen Sozialrechtsberatung des Mukoviszidose e.V – mit Unterstützung der Christiane Herzog Stiftung - reagiert worden. Maßnahmen, die sich für unsere Betroffenen bewährt haben und heute im Behindertenbereich bundesweit als vorbildlich gelten.
Wie reagieren wir heute auf die sich verschärfende Situation auf dem Ausbildungsmarkt, um unseren jungen Erwachsenen neue Perspektiven zu bieten?. Ein Roundtable aller, die sich diesem Thema annehmen möchten, könnte ein Ansatz sein. Kann womöglich die kostenlose Sozialrechtsberatung unseres Bundesverbandes Mukoviszidose e.V.auch Vorbild für eine Berufsberatung und Jobbörse sein? Wo kann der Verein helfen, wo muß der einzelne tätig sein, wo hilft die Unterstützung der Arbeitsämter? Was kann bundesweit, was regional getan werden?
Fragen über Fragen.
Ich habe die Hoffnung, dass wir gemeinsam helfen können.
Thomas Malenke
(40, CF)


