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Die Erwachsenen-Klima-Kur im Oktober 2003 auf Gran Canaria

 oder: "wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier"

 

Im Oktober diesen Jahres durfte ich wieder die Erwachsenen-Klima-Kur-Gruppe als Gruppenleitung betreuen, und nach der guten Erfahrung mit der Gruppe im letzten Jahr, hatte ich mich total darauf gefreut.

 

Wir sind also alle am 1.10.03 im Laufe des Tages auf Gran Canaria eingetroffen und unser erstes gemeinsames Treffen fand am 2.10.03 nach dem Frühstück statt. Ich persönlich finde es ja immer wieder spannend, aus was für "Leutchen" die Gruppe bestehen wird. Die Meisten kenne sich untereinander eher nicht und als Gruppenleitung hat man dann sofort im Blick, wie passt die Gruppe zusammen, was kann man mit ihnen alles anstellen und was evtl. auch nicht, werden sie mich als Gruppenleitung akzeptieren usw. Unsere Krankengymnastin Miriam war auch dabei und somit konnten wir uns alle erstmalig gegenseitig beschnuppern.

 

Ja, und dann steht man vor der Gruppe und alle vorher im Gedanken zurechtgelegten Worte sind plötzlich verschwunden. So'n schiet aber als pädagogisch gut geschulte Frau bin ich nach der Begrüßung zu klaren Ansagen übergegangen. Da es sich ja um eine Klima-Kur handelte, versuchte ich der Gruppe die Pflichttermine wie von Montag bis Donnerstag Strandgymnastik und Freitagabend Gruppentreffen schmackhaft zu machen, denn "wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier". Die Reaktionen waren erwartungsgemäß gemischt, wurden aber akzeptiert. Auch Miriam konnte dann gleich die KG- Termine für die erste Woche vereinbaren.

 

Nach ein paar Tagen eingewöhnen und aklimatisieren ging es ab dem folgenden Montag auch schon mit der ersten lustigen Strandgymnastik los. Wobei, so lustig fanden es einige wohl eher nicht, aber "wat mut dat mut". Ich habe mir dann lustige Ballspiel-Dehnungs- Kräftigungs-Übungen ausgedacht, damit das Ganze auch irgendwie Sinn macht. Und wenn es mal viel zu windig dafür war, haben wir eben ausgedehnte Strandspaziergänge gemacht. Ich sage nur, Naturinhalation pur...

 

Wobei die erste Woche für eine Gruppenleitung gleich turbulent losging. Jörg ist bei seinem übermütigen Wassergeplantsche mit seinem Fuß an einem glitschigen Stein umgeknickt, was dann letztendlich mit einem Gipsfuß endete. Gleichzeitig war damit auch meine beabsichtigte Gruppen-Las Palmas-Besichtigungstour erledigt. Jörg hätte da nicht mitmachen können. Also musste ich da schon mal umdisponieren.

 

Dann ging es Cathleen leider plötzlich und unerwartet so schlecht, dass erst mal Sauerstoff beschafft werden musste, was zum Glück problemlos ging (dank Inge). Und auch Miriam gab KG-technisch alles. Aber leider ging dann irgendwann gar nichts mehr und es musste der vorzeitige Rückflug, was nur mit einigen vorherigen Krankenhausbesuchen wegen der Flugtauglichkeit, Sauerstoff besorgen während des Fluges usw. möglich war, organisiert werden. Vielen vielen Dank an Inge, die mich dabei maßgeblich unterstützt hat. Cathleen, ich hoffe, es geht dir wieder besser...

 

In der ersten Woche befiel mich dann doch manchmal die Panik, was wohl noch alles passieren würde, aber es lief dann zum Glück alles ganz harmonisch, meistens jedenfalls.

Durch den Gipsfuß von Jörg war ich in der Auswahl unseres Gruppenausfluges doch recht stark eingeschränkt, da eigentlich fast alle Ausflüge mit Besichtigungstouren verbunden waren. Was also tun ??? Da gab es dann eigentlich nur noch eine Möglichkeit und zwar eine Schiffstour. Wir entschlossen uns dann zu einer Segeltour, da wir dort den ganzen Tag auf dem Meer unterwegs waren, keiner Laufen musste und es auch mal ganz interessant war, die Insel von der Wasserseite aus zu betrachten. Irgendwo auf dem Meer ankerten wir dann zur Mittagszeit, wo wir dann an Bord unser Mittagessen bekamen und man danach die Möglichkeit hatte, im offenen Meer zu schwimmen. Nachdem der eine oder andere seine leichten Anwandlungen von Seekrankheit überwunden hatte, wir erinnern uns gerne an Rollis leicht grünes Gesicht und diversen kleinen Aufschreien bei leichten Schiffsschwankungen, war es ein gelungener Ausflug. Es war eben auch mal was ganz anderes, als die typischen "Touri-Bus- Touren".

 

Was mich immer wieder beeindruckt, ist der reichhaltige Erfahrungsaustausch untereinander. Immer wieder stellt man fest, ja, diese Situation kenne ich auch. Das ist dann irgendwie ein beruhigendes Gefühl, dass auch andere Mukos diese und jene Erfahrung kennen und darüber kann man sich dann wunderbar austauschen. Man fühlt sich einfach nicht mehr so allein gelassen mit bestimmten Themen und ist auch gut für das Gruppengefühl, jaja, hier spricht das Herz der Gruppenleitung...

 

Apropos Gruppengefühl, es ist natürlich schon auch so, dass nicht jeder mit jedem gleich gut kann und es manchmal zu Spannungen oder Missverständnissen untereinander kommt. Da muss man als Gruppenleitung mal schlichtend, mal vermittelnd eingreifen oder sich einfach nur die Sorgen und Nöte anhören, manchmal reicht das alleine ja schon aus. Aber ich denke, wir waren schon ein ziemlich fröhlicher "Haufen" und hatten viel Spaß miteinander.

 

Außerdem bin ich in den Genuss gekommen, die Mutter von "Lucy", Lucy ist die Interviewtante der "Muko.info", Doris kennen zu lernen. Doris und ich verbrachten viele lustige "Vier-Augen-Gespräche" und Lucy bekam von mir einen "CanCan" beigebracht und musste so unversehens ihr Tanzbein schwingen. Ich glaube, sie hatte Spaß dabei. Das "Vier-Augen-Gespräch" war übrigens eine "Androhung" von mir, die ich auch manchmal ernst machte, wenn ich mit jemandem mal ein ernstes oder auch weniger ernstes Wörtchen zu reden hatte und wurde somit in der Gruppe zu eine Art Schlagwort.

 

Gerne erinnere ich mich auch an Roman, der mit seinem zum Teil unvermuteten, pfurztrockenen Humor die Gruppe zu diversen Lachattacken hinriss, was wiederum einen echt therapeutischen Effekt hatte, sprich gemeinsames Abhusten etc.

 

Für mich als Gruppenleitung war die Zusammenarbeit mit Miriam, unserer Krankengymnastin, echt super angenehm und entspannt. Ich denke, wir haben uns gut ergänzt und sind uns nicht mit verschiedenen Vorstellungen in die Quere gekommen. Das brachte uns beiden von der Gruppe den Zusatznamen "die beiden Chefinnen" ein und zeigt damit auch irgendwie, dass wir beide von der Gruppe akzeptiert wurden. Wahrscheinlich haben wir uns auch schon deshalb so gut verstanden, weil wir am sei ben Tag Geburtstag haben, wobei ich mit Schrecken feststellen musste, das ich 10 Jahre älter bin. Frau wird halt auch nicht jünger...

 

Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich, dass die Unterbringung in einer Anlage mit Halbpension schon sehr vorteilhaft war. Zum Einen hat man die Gruppe an einem Fleck zusammen und für das leibliche Wohl ist in jedem Falle ausreichend gesorgt. Ich glaube, abgenommen hat niemand von uns, ich jedenfalls passte in das eine oder andere Kleidungsstück nicht mehr so richtig rein bekam einfach den Reißverschluss nicht mehr zu...

 

Abschließen stelle ich wieder mal fest, dass diese Kuren in vielerlei Hinsicht sehr nützlich und hilfreich für den Einzelnen sind und ich hoffe sehr, dass dank der Spender, diese Kuren weiterhin möglich sein werden. Mir hat die Begleitung der Gruppe sehr viel Spaß gemacht. Es ist eine Herausforderung für mich und ich lerne jedes Mal wieder etwas dazu und auch dieses Mal würde ich sagen, ich würde eine Gruppe jederzeit gerne wieder begleiten wollen.

 

Simona Hölting

Expertenrat