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Die Bauchspeicheldrüse - Enzymlieferant für die Verdauung

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) mündet in den Dünndarm. Sie produziert Eiweiße (Enzyme), die bei der Verdauung der aufgenommenen Nahrung eine entscheidende Rolle spielen. Mit Hilfe dieser Enzyme zerlegt der Körper die aufgenommene Nahrung in ihre kleinsten Bausteine und verwertet sie dann weiter. Die einzelnen Verdauungsenzyme sind auf unterschiedliche Arbeiten spezialisiert: Es gibt Enzyme für die Zerlegung von Eiweißen (=Proteasen), Enzyme für die Aufspaltung von Fetten (=Esterasen und Lipasen) und Enzyme für die Zerkleinerung von Kohlenhydraten (= Carbohydrolasen). Die Lipasen benötigt der Körper außerdem für die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, E, D und K.  Nur wenn alle Enzyme vorhanden sind, kann die Nahrung gut verwertet werden.

Was hat die Bauchspeicheldrüse mit Mukoviszidose zu tun?

Bei Mukoviszidose ist die Bauchspeicheldrüse durch die Veränderung im CFTR-Gen in ihrer Funktion eingeschränkt. Die Bauchspeicheldrüse produziert einen zähen Schleim, der sie regelrecht verstopft. Dadurch kann sie nicht (oder nur in geringen Mengen), die für die Verdauung notwendigen Enzyme herstellen. Man spricht dann von einer Pankreasinsuffizienz. 75 – 80 Prozent der Mukoviszidosepatienten leiden unter dieser Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse. Bei den meisten zeigt sie sich bereits vor der Geburt im Mutterleib, spätestens aber bei der Geburt. Bei den übrigen tritt sie spätestens im ersten Lebenshalbjahr auf. Bei 20 – 25 Prozent der Mukoviszidosepatienten ist die Bauchspeicheldrüse, zumindest in den ersten Lebensjahren, noch funktionsfähig, kann also alle für die Verdauung notwendigen Enzyme herstellen. In diesem Fall spricht man von Pankreassuffizienz. Bei einem Teil dieser Patienten kann es aber im Verlauf des Heranwachsens ebenfalls zu einer Insuffizienz kommen.

Welche Krankheitszeichen zeigen sich bei Mukoviszidose im Verdauungstrakt?

Krankheitszeichen (Symptome), die auf eine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse und damit indirekt auf eine Mukoviszidose hindeuten, sind je nach Alter der Patienten unterschiedlich. Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen ist das Kindspech (Mekonium) sehr zäh. Die Kinder haben Schwierigkeiten sich zu entleeren, im schlimmsten Fall kann es zu einem Darmverschluss (Mekoniumileus) kommen. Ein solcher Darmverschluss ist auch schon vor der Geburt im Ultraschall zu sehen. Weitere Krankheitszeichen sind galliges Erbrechen und übelriechende breiige, fettige Durchfälle. Starke Blähungen, verbunden mit großer Unruhe der Babys und einem geblähten Leib deuten ebenfalls auf eine Mukoviszidose hin. Ältere Säuglinge und Kleinkinder leiden unter ähnlichen Symptomen. Durch die großen Mengen an Stuhl, die die Kinder täglich "herauspressen müssen", kann es bei ihnen zu einem so genannten Mastdarmvorfall (Rektumprolaps) kommen. Auffällig bei älteren Säuglingen und Kleinkindern sind der dicke Bauch und dünne Arme und Beine. Die Kinder haben aufgrund der Verdauungsstörung oft Bauchschmerzattacken. Mit zunehmendem Alter kommen weitere Beschwerden hinzu. Auch hier stehen die chronischen Durchfälle, die ungenügende Gewichtszunahme, der schmerzhaft geblähte Leib verbunden mit Appetitlosigkeit und verschiedenen Nahrungsunverträglichkeiten im Vordergrund. Alle beschriebenen Verdauungsstörungen weisen auf eine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse und damit indirekt auf Mukoviszidose hin.

Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse ist gut zu behandeln

Verdauungsstörungen aufgrund einer Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse sind, wenn sie erkannt werden, gut zu behandeln. Der Arzt wird in diesem Fall mit bestimmten Medikamenten und durch Zugabe entsprechender Verdauungsenzyme und Vitamine die Funktionsstörung ausgleichen. Mukoviszidose Betroffene müssen darüber hinaus auf eine kalorienreiche Ernährung achten. Die Ernährung muss individuell auf die Betroffenen eingestellt werden. Dies erfolgt bei einer Ernährungsberaterin/einem Ernährungsberater in ihrer Ambulanz.

Expertenrat