Nach der Wende
Vor dem Hintergrund einer reduzierten Lebenserwartung und dem nicht vorhersehbaren Verlauf der eigenen Erkrankung einen Beruf oder ein Studium auszuwählen und das weitere Leben zu planen ist eine besondere Herausforderung.
Mit der Wende gab es neue Voraussetzungen. Das Studium schien mir nun nicht mehr angemessen. So entschied ich mich auch vor dem Hintergrund der rentenrechtlichen Voraussetzungen für eine Berufsausbildung.
Seit 1987 gehe ich etwa alle vier Monate zu einer stationären Antibiotikatherapie. Das Thema begleitet mich also schon seit meiner Schulzeit. Bis zum Ende der Ausbildung war dies jedoch kein Problem, da ich die Fehlzeiten immer in die Schulzeit legen konnte.
Auch wenn der Gesundheitszustand weitgehend stabil ist, gibt es, wie immer im Leben, „Hochs“ und „Tiefs“. Äußere Einflüsse können sich auf das Wohlbefinden auswirken. Das hat Einfluss auf Leistung und ggf. Konzentration im Berufsleben. In diesen Situationen bin ich darauf angewiesen, dass man mich auf evtl. auftretende Fehler hinweist.
Die Fehlzeiten sind zwar meist planbar.
Nicht nur ich, sondern auch viele Bekannte mit CF haben die Erfahrung gemacht, dass es gut ist, immer offen mit der Erkrankung umzugehen.
Bei Bewerbungen sollte die Frage nach dem Behindertenausweis wahrheitsgemäß beantwortet werden. Auf Einzelheiten der Erkrankung würde ich erst im Bewerbungsgespräch auf Nachfrage eingehen.
Ralf Wagner (Mukoviszidose-Betroffener), Dresden


