Preis für verständliche Wissenschaft an Pseudomonas-Forscher verliehen
Dr. Florian Bredenbruch aus Braunschweig hat sich in seiner Doktorarbeit mit dem Informationsaustausch zwischen Pseudomonas-Bakterien beschäftigt. Dafür hat er den mit 5.000 € dotierten Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft erhalten. Denn er hat nicht nur sehr interessante Ergebnisse vorzuweisen, sondern hat diese auch in einem laienverständlichen Artikel zusammengefasst. Diese Zusammenfassung wurde prämiert und im aktuellen Beileger der "Bild der Wissenschaft" abgedruckt.
Idee: Dr. Bredenbruch hat sich mit einem Molekül, dem so genannten "Pseudomonas Quinolon Signal", beschäftigt, das eine bedeutende Rolle bei der Biofilmbildung der Bakterien spielt. Dabei hat der Forscher festgestellt, dass es sich dabei nicht nur um ein einfaches Signalmolekül, sondern auch um ein Stressmolekül handelt, das große Teile der Bakteriengemeinschaft abtötet. Dieser Mechanismus spielt z.B. bei Nahrungsmangel eine bedeutende Rolle. Die überlebenden Bakterien ernähren sich von den Überresten der abgetöteten Bakterien. Dr. Bredenbruch vermutet, dass es einen Schutzmechanismus gegen das Abtöten geben muss, da niemals alle Bakterien einer Kultur zugrunde gehen. Fände man eine Möglichkeit diesen Schutzmechanismus auszuschalten, würden sich die Bakterien wahrscheinlich selbst umbringen. Gemeinsam mit den herkömmlichen Antibiotika könnte man so die gefährlichen Problemkeime möglicherweise effektiv bekämpfen.
Der Angriffspunkt Kommunikation zwischen Bakterien wird auch von anderen Wissenschaftlern untersucht, z.B. in dem vom Mukoviszidose e.V. geförderten Projekt zur Hemmung des so genannten Quorum-Sensing.


